Geschlechterparität: Chefin wird man im Kerng...
Geschlechterparität

Chefin wird man im Kerngeschäft

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Quoten allein können keine Wunder bewirken. Leichter wird die paritätische Besetzung von Führungsrollen, wenn Frauen Karriere im Vertrieb, in der Produktion oder Logistik machen.

Mehr Geschlechterparität in der Geschäftsführung wünschen sich viele Unternehmen. Das gehört nicht nur zu einem modernen Auftritt, sondern wird auch immer mehr zur Auflage. Oft scheitert der Wunsch an der Wirklichkeit. Warum, zeigt der "Gender Diversity Report" der Personalberatung Odgers Berndtson sehr gut, der vor einigen Monaten erschien. Kernergebnis: In den 26 größten Ländern gibt es nicht genügend weibliche Führungskräfte mit operativer Managementerfahrung, um die Top-Etagen von führenden Unternehmen auf absehbare Zeit deutlich weiblicher zu machen. "Frauen sind zwar in bestimmten Funktionen zahlreich vertreten, machen aber insgesamt nur enttäuschende 19 Prozent der Positionen im Führungsteam aus", erläutert Katja Hanns-Terrill, Geschäftsführerin von Odgers Berndtson Deutschland. So sind durchschnittlich 60 Prozent der Personal-Jobs und 37 Prozent der Rechtsfunktionen in weiblicher Hand, im obersten Führungsgremium haben aber nur sechs Prozent eine berufliche Herkunft im Personalbereich und 8 Prozent im Rechtsbereich. Dagegen haben Führungskräfte mit einer operativen Management- oder Finanzerfahrung eine deutlich höhere Wahrscheinlichkeit, ins Top-Gremium aufzusteigen: 44 Prozent der Vorstandsmitglieder in den untersuchten Unternehmen stammen aus operativen Funktionen, zum Beispiel aus dem Vertrieb, der Produktion oder der Logistik.

Dass sie kein Problem mit Aufgaben in der Produktion hatte, ist eines der Argumente, warum Maria Degener beim Brauereikonzern AB Inbev im letzten Jahr die Verantwortung für das deutsche Braugeschäft übertragen bekam. Es gibt noch einige andere: Ihr reflektierter Führungsstil, ihre Konzernstationen in den USA mit tiefen Einblicken in das Personalwesen und nicht zuletzt ihre Erfahrung, "zur Minderheit zu gehören".



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