Deutsche Cola: Afri und Fritz liebäugeln mit ...
Deutsche Cola

Afri und Fritz liebäugeln mit US-Markt

Anhören

Merken

Fritz Kola-Gründer Mirco Wiegert sondiert den US-Markt. Afri-Cola startete bereits im April an der Westküste und will dort weiter "gutes Geld" verdienen.

Zwei auf gleichem Weg. Die deutschen Kult-Colas Afri und Fritz zieht es in die USA. Die zur Karlsberg Gruppe gehörende pop-op-Cola startete im April mit einem Generalimporteur und rollt den US-Markt von Kalifornien aus mit vier Distributeuren auf. Offenbar mit "ersten Achtungserfolgen", wie Andreas Oster gegenüber der LZ erläutert: "Das ist ein Weg, den es weiterzuverfolgen lohnt."

Karlsbergs Exportdirektor will sich nach einem Vertriebstest in Brooklyns Szene-Viertel Williamsburg auf die Westküste konzentrieren. New York sei überhitzt. "Jeder will an die Fifth Avenue", sagt er. Für die Softdrink-Marke ist der Marktstart in den USA ebenso wie der vom südkoreanischen Seoul aus in Asien eine strategische Erweiterung des Geschäfts in europäischen Ländern wie Polen Luxemburg, Rumänien, Dänemark oder Österreich.

"Mein Wunschland ist die Welt"

Was bei Karlsberg klassisches Exportgeschäft ist, will Mirco Wiegert grundsätzlicher angehen: Der Fritz-Kola-Gründer kann sich ein Engagement in den USA auch in Eigenregie vorstellen. "Ich denke, das kann man nur nachhaltig machen, wenn man vor Ort ist." Und in bekannter Bescheidenheit: Die Vereinigten Staaten, das sei eine sehr große Nummer. Gezielt lenkt er den Blick zurück nach Europa und den deutschen Markt. "Wir haben immer noch hier in Deutschland enormes Potenzial und wachsen durch Ausweitung der Distribution sehr erfreulich." Beim Portionsgebinde 0,33-l sei Fritz etwa die Nummer zwei hinter Coca-Cola.

Dass Wiegert, der von sich sagt, "Mein Wunschland ist die Welt", womöglich auch unter dem Eindruck der "immensen Expertise" des neuen Mitgesellschafters Florian Rehm und Aufsichtsratschef der Mast Jägermeister SE schon mal in größeren Dimensionen denkt, ist spürbar. Marktbeobachter sehen naheliegende Synergien im Vertriebsnetz der globalen Kräuterlikör-Marke. Rund 5 Prozent des Fritz-Umsatzes, der Schätzungen zufolge 2016 bei deutlich über 30 Mio. Euro gelegen haben soll, kommen bereits aus dem Export.

Afri wagt zweiten Anlauf

Eine Duftmarke hat Fritz Kola mit seinen G20-Gipfel-Plakaten mit Motiven der umstrittenen Staatschefs Trump, Putin und Erdoğan gesetzt. Jetzt brachte Wiegert die Originale für einen guten Zweck bei Ebay unter den Hammer. Die Kampagne mit 40 Mio. Verbraucherkontakten sei eine der erfolgreichsten gewesen, sagt er.

Für Afri Cola wird ein zweites Kapitel in den USA aufgeschlagen. Unter der Ägide der Vorbesitzer wurde die Marke von Seattle aus und als Gegenentwurf zu den marktbeherrschenden US-Colas breit vertrieben. Jetzt wird vorrangig der Convenience-Kanal bedient. Laut Association for Convenience & Fuel Retailing sind Getränke hier mit 40 Prozent der zweitwichtigstes Verkaufsartikel. Gestützt wird die neue Afri Cola-Exportstory durch ein zweistelliges Wachstum im deutschen Außerhaus-Markt sowie einen signifikanten Ausbau der Distribution im LEH, wie es heißt.



stats