Erntehelfer: Italienische Gewerkschaft warnt ...
Erntehelfer

Italienische Gewerkschaft warnt vor Versorgungsengpass

Imago Images /Isabelle x Rozenbaum
Wegen der Corona-Krise könnten auch italienische Tomaten in Deutschland knapp werden.
Wegen der Corona-Krise könnten auch italienische Tomaten in Deutschland knapp werden.
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Italienische Gewerkschaft warnt vor Versorgungsengpass
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Die italienische Gewerkschaft Unione Sindicale di Base warnt wegen der prekären Lebensverhältnisse illegaler Erntehelfer gerade jetzt in der Corona-Krise vor Engpässen bei Obst und Gemüse. Auch Lieferungen nach Deutschland seien im Falle eines Falles betroffen. 

Die italienische Gewerkschaft Unione Sindicale di Base (USB) warnt vor Problemen für die Lebensmittelproduktion durch Corona-kranke Erntehelfer in Italien. Die größte Gefahr bestehe in Siedlungen, zum Beispiel in Apulien, wo Hunderte Arbeiter in sehr prekären Verhältnissen wohnten.

Die Zahl vervielfache sich während der Tomatenernte im Juli und August, wenn afrikanische Erntehelfer sich aus ganz Italien auf den Weg machten, um für zehn, fünfzehn Euro am Tag Tomaten zu pflücken, sagte ein Gewerkschaftsvertreter in einem "Spiegel"-Interview. Da sich die meisten illegal in Italien aufhielten, hätten sie keinen Anspruch auf staatliche Fördergelder wie andere Arbeiter in der Landwirtschaft. Auch bekämen sie keine Atemschutzmasken wie andere Arbeitnehmer aus systemrelevanten Branchen. Würde sich ein einziger dieser Arbeiter infizieren und daher kurzfristig eine ganze Siedlung in Quarantäne müssen, könnte damit die gesamte Lebensmittelproduktion ins Stocken geraten, warnte der Gewerkschafter.

Die Folgen bekäme auch Deutschland zu spüren. Die Tomaten, die aus der von ihm betreuten Provinz Foggia stammen, würden auch nach Deutschland exportiert.
 



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