Fleischbranche: Vion peilt Renditesprung für ...
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Vion peilt Renditesprung für 2018 an

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Vertikalisierung: Vion-Chef Francis Kint (l.) sucht eine engere Zusammenarbeit mit dem vorgelagerten Bereich der Landwirtschaft.
Vertikalisierung: Vion-Chef Francis Kint (l.) sucht eine engere Zusammenarbeit mit dem vorgelagerten Bereich der Landwirtschaft.
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Der Fleischkonzern Vion will nach harter Sanierung final in die Erfolgsspur zurückkehren. Die bereits erfolgten Restrukturierungsmaßnahmen und Investitionen sollen 2018 Früchte tragen.

Die niederländisch-deutsche Vion Food Group sieht sich auf der Zielgeraden des Sanierungsprozesses angekommen: Nach einem harten Umbauprogramm mit Firmenverkäufen, Standortschließungen sowie Umsatz- und Ergebnisverlusten kündigt der Fleischvermarkter an, im nächsten Jahr den Turnaround-Modus final verlassen zu wollen. "2017 ist ein Übergangsjahr", so CEO Francis Kint im Gespräch mit der LZ. "2018 werden wir die Ernte einfahren."

Noch für das laufende Geschäftsjahr plant der Konzern demnach einen Absatz auf dem Vorjahresniveau von rund 2,2 Mio. t ein. Beim Umsatz peilt Vion ein Plus von gut 6 Prozent auf etwa 5 Mrd. Euro an. Wichtiger als die Steigerung der Erlöse sei freilich die Rentabilität, so Kint. Eine Gewinnprognose für 2017 will der Vion-Chef zwar nicht nennen. Aufgrund größerer Investitionen wie dem Neubau des Rinderschlachthofs in Leeuwarden und die durch die Schließung der Werke Zeven und Riedlingen entstehenden Kosten, könne man noch keine Sprünge bei den Ergebnissen erwarten, heißt es. Dafür aber stellt der Vion-Chef in Aussicht, das für 2020 avisierte Ziel, die Rendite auf das eingesetzte Kapital (ROCE) auf 10 Prozent zu steigern, schon früher zu erreichen. 2016 kam Vion auf 5,6 Prozent, ähnlich soll es 2017 sein. "2018 werden wir einen großen Schritt nach vorne machen", so der Top-Manager.

Keine Großprojekte für 2018 geplant

Dazu beitragen soll eine Reduktion der Kosten. So sind für nächstes Jahr keine teuren Großprojekte eingeplant. Auch sei man mit dem nun 23 Standorte umfassenden Netz zufrieden, wenngleich es fortlaufend überprüft und modernisiert werde, so Kint. 2018 soll das Investitionsbudget im Vergleich zu 2017 um 30 Mio. auf 45 Mio. Euro gesenkt werden, die in die Bestandserhaltung fließen sollen.

Der Konzern hofft dafür, dass die bereits getätigten Investitionen 2018 Früchte tragen. Der Rückkauf von Teilen der erst vor drei Jahren abgestoßenen Firma Lutz und damit verbundene Wiedereinstieg in das Fleischwarensegment etwa soll der Erhöhung der Wertschöpfung dienen. Weitere Zukäufe stehen in dem Bereich laut Kint gleichwohl nicht auf der Agenda. Doch auch beim Foodservice will man mit Mehrwert-Themen punkten. Nach eigenen Angaben setzt Vion 250 Mio. Euro pro Jahr in der Sparte um und wächst mit 5 bis 6 Prozent stärker als der Markt.

International hoher Konsolidierungsdruck

Mit der im April verkündeten Erhöhung der Kreditlinien auf 200 Mio. Euro sieht sich der Konzern zudem finanziell ausreichend für die künftigen Aufgaben gerüstet. Weitere Geldquellen sollen nicht angezapft werden.

Indes betont der Vion-Chef, dass mit Blick auf die internationale Konkurrenz eine stärkere Vertikalisierung in der europäischen Fleischbranche nötig wäre. Wettbewerber wie die großen Konzerne aus den USA und China hätten neben einem viel größeren Volumen auch einen besseren Zugriff auf die Wertschöpfungskette und somit eine höhere Preissicherheit bei der Rohware. "Unsere Branche steht vor einer Konsolidierungswelle oder/und weitergehenden Zusammenarbeit in der Produktionskette", so Kint. Fusionen oder Übernahmen seien für Vion aktuell aber kein Thema.



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