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Kapitalbeschaffung

Russian Standard strebt an die Börse

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Der russische Wodkahersteller Russian Standard will mit seiner Vertriebsgesellschaft Roust nach einer Umstrukturierung gemäß US-Insolvenzrecht an die Börse gehen. Ein Vorbild für die neue Differenzierungsstrategie ist Deutschland.

Die Roust Corporation, die neben Russian Standard zahlreiche Spirituosen herstellt und international vertreibt, soll 2019 in New York oder London an die Börse gebracht werden. Das sagte Gründer und Eigentümer Rustam Tariko der Lebensmittel Zeitung im Rahmen ihrer Sommertour durch Russland.

Der Börsengang ist Teil einer Übereinkunft, die Tariko mit Eignern von Anleihen im Rahmen einer Umstrukturierung nach Kapitel 11 des US-Insolvenzrechts getroffen hat. Danach wurden die Schulden des Unternehmens von 800 Mio. auf 385 Mio. US-Dollar gesenkt. "Die Umstrukturierung erlaubte es uns, die operative Kontrolle über das Unternehmen zu behalten und durch die Ausgabe neuer Anteile neues Kapital aufzubringen", so Tariko.

Von 2014 bis 2016 war der Nettoumsatz von Roust laut Jahresberichten von rund 840 Mio. auf 600 Mio. USD zurückgegangen. 2016 betrug der Jahresverlust 62 Mio. USD. Gründe waren unter anderem die russische Wirtschaftskrise, der Absatzrückgang auf dem Heimatmarkt, der Verfall des Rubels und ein Importstopp für russische Produkte in der Ukraine.

Nun aber erholt sich die russische Wirtschaft wieder und der Schwarzmarkt für Wodka verliert an Bedeutung. Auch weltweit sieht Tariko neue Optionen. "Wir haben viel Wachstumspotenzial, wenn wir uns in der Wodka-Kategorie stärker diversifizieren", sagt er. Vorbild dafür ist Deutschland, wo Russian Standard und der polnische Żubrówka als Premiummarken fungieren, während die Marken Parliament und Green Mark die Mitte abdecken und Yamskaya als Aldi-Eigenmarke das Preiseinstiegssegment besetzt. Andere Länder wie Frankreich, in denen Roust bislang vor allem im hochpreisigen Bereich vertreten ist, sollen diesem Beispiel folgen.

Potenzial sieht Tariko aber auch hierzulande noch. Alle Roust-Marken zusammen kommen nach aktuellen Nielsen-Zahlen erst auf einen Anteil von 5,7 Prozent am Wodka-Umsatz des Lebensmittelhandels. Vertriebspartner ist Borco Marken-Import in Hamburg. Stärkstes Land für Roust ist derzeit Polen mit einem Marktanteil von 44 Prozent.



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