TK-Hersteller: Agrarfrost rückt in die Mitte ...
TK-Hersteller

Agrarfrost rückt in die Mitte des Tellers

Agrarfrost
Kartoffel-Kenner: Eike Stöver, Chef der Agrarfrost Holding (l.), und Geschäftsführer Manfred Wulf.
Kartoffel-Kenner: Eike Stöver, Chef der Agrarfrost Holding (l.), und Geschäftsführer Manfred Wulf.
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Der Pommes Frites-Hersteller Agrarfrost wächst im Jahr seines 50-jährigen Bestehens. Die Niedersachsen sehen für ihre Kartoffelprodukte dank des Convenience-Trends noch Potenzial.

Die Agrarfrost GmbH & Co. KG blickt optimistisch in die Zukunft: Der 1967 von Landwirt Reinhold Stöver gegründete Kartoffelverarbeiter ist im Handel ein großer Player bei Pommes, Puffern und Co. Geschäftsführer Manfred Wulf und der geschäftsführende Gesellschafter der Agrarfrost Holding Eike Stöver berichten über einen guten Start ins Jahr 2017. Ein Absatzplus von 13 Prozent bis April, zudem wachse man seit 2015 schneller als der Markt. Rund ein Drittel seines Umsatzes macht der Hersteller mit Markenprodukten. Für fast alle Händler stellen die Niedersachsen zudem Handelsmarken her.

"Viele Maßnahmen rund ums Jubiläum werden für weitere Wachstumsimpulse sorgen", sagt Wulf. Neben einem Gewinnspiel läuft auch eine große Medienkampagne mit TV-Spots in der ARD. Gestützt wurde die gute Entwicklung aber auch durch den Markenrelaunch vor zwei Jahren: Damals führte man den Slogan "Ein echtes Stück Heimat. Das schmeckt man: Kartoffeln aus heimischem Anbau" ein.

Agrarfrost ist Marken-Marktführer bei Friteusen-Pommes und Nummer zwei bei Backofen-Pommes, wo McCain die Nase vorn hat. Allein diese beiden Segmente machen laut Marktzahlen zwei Drittel vom Absatz mit TK-Kartoffelprodukten aus. Im ersten Halbjahr 2017 wurden gegenüber Vorjahreszeitraum 6,3 Prozent mehr verkauft. Nach Wert ist der Markt etwa 330 Mio. Euro groß.

Kartoffel nicht mehr reine Beilage

Verändert habe sich die Wertschätzung der Kartoffel: War sie früher reine Beilage, rücke sie heute dank des Veggie-Trends zunehmend in "die Mitte des Tellers", wie Wulf erklärt. Davon profitiere Agrarfrost genauso wie von dem Wunsch vieler Verbraucher nach regionalen Convenience-Produkten. "Unsere Kartoffeln kommen alle aus Deutschland und werden auch hier verarbeitet", erklärt Stöver. Kunden schätzten diese kurze Wegen zunehmend.

Der Kartoffel-Pureplayer kümmert sich von der "Saatkartoffelzucht bis zur Verarbeitung" um die gesamte Wertschöpfungskette. Ein Dauerthema sind die schwankenden Preise für die Knollen: "In manchen Jahren kosten 100 Kilo Kartoffeln 3 Euro, in anderen sind es 30 Euro", so Stöver. Dieses Risiko fängt Agrarfrost mit 200 Vertragslandwirten ab. Der Abdeckungsgrad beträgt fast 80 Prozent.

Keine Prognose zur Kartoffelernte

Auch bei Ressourcen investiert man in mehr Unabhängigkeit. "Kartoffelverarbeitung ist ein energieintensives Geschäft", berichtet Stöver. Ein neues Kraftwerk für rund 20 Mio. Euro versorgt das Stammwerk in Aldrup. Zudem verbraucht Agrarfrost nach eigenen Angaben 35 Prozent weniger Wasser pro Kilo Kartoffeln als noch vor einigen Jahren.

Wie die Kartoffelernte ausfällt, sei erst im Oktober absehbar, so Stöver. Eine Prognose will er nicht wagen, dafür kennt er die Unwägbarkeiten in der Landwirtschaft zu gut: "Solange ich dabei bin, habe ich kein normales Kartoffeljahr erlebt."



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