Corona-Krise Verdi fordert neue Regeln beim Real-Verkauf

von Marco Hübner
Mittwoch, 08. April 2020
Verdi will das Bundeskartellamt beim Real-Verkauf zum Einschreiten bewegen.
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Verdi will das Bundeskartellamt beim Real-Verkauf zum Einschreiten bewegen.
Corona-Krise
Verdi fordert neue Regeln beim Real-Verkauf
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Käufer von Real-Filialen sollten dazu verpflichtet werden, auch solche Standorte zu übernehmen, die nicht zu den Filetstücken im Portfolio der Eigentümer zählen. Das fordert die Gewerkschaft Verdi. Und sieht mit Blick auf die Corona-Krise tausende Jobs gefährdet, wenn Wettbewerbshüter nicht einschreiten.
Die Gewerkschaft Verdi fordert vom Bundeskartellamt ein Einschreiten beim Real-Verkauf: Alle Käufer müssten dazu verpflichtet werden, auch weniger attraktive Standorte zu erwerben, postuliert die Arbeitnehmerorganisation. Ziel müsse es sein, nach der Corona-Krise möglichst viele Arbeitsplätze im Handel zu erhalten. Veräußert werden sollen, so die Gewerkschaftsidee, künftig große Pakete, die einen Standortmix beinhalten. 

"Von den Käufern erwarten wir auch Investitionen, um schlechter laufende Märkte wieder attraktiv zu machen und damit Arbeitsplätze zu sichern", sagt Verdi-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger. Ihrer Ansicht nach fokussieren sich potenzielle Käufer zu sehr auf die Filetstücke. Dies könne durch wirtschaftliche Einschnitte infolge der Corona-Pandemie mehr als 10.000 Jobs in weniger prosperierenden Real-Märkten kosten.
Real
Bert Bostelmann / bildfolio

Die Übernahme für über die Hälfte der Real-Standorte ist bereits in Aussicht: Kaufland und Edeka wollen insgesamt 141 Filialen kaufen. Kartellrechtliche Genehmigungen stehen jedoch noch aus. Das Closing der Transaktion ist laut dem Investor SCP, der Real Anfang dieses Jahres mit dem Partner X+Bricks von Metro gekauft hat, für Mai/Juni terminiert. Gibt das Kartellamt grünes Licht, sollen die ersten Märkte ab dem vierten Quartal diesen Jahres an Kaufland und Edeka übergehen.

Anfang März hatte Verdi bereits an Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) appelliert, sich in den Verkaufsprozess einzuschalten. Die Gewerkschaft warb für einen Sozialtarifvertrag, der Standorte und Arbeitsplätze sichern soll. 

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