Corona-Sperre Österreich lockert die Maßnahmen

Dienstag, 14. April 2020
Alle Kunden und Mitarbeiter müssen in Österreich einen Mundschutz tragen.
imago images / Viennareport
Alle Kunden und Mitarbeiter müssen in Österreich einen Mundschutz tragen.
Corona-Sperre
Österreich lockert die Maßnahmen
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Als eines der ersten europäischen Länder hat Österreich entschieden, dass ab sofort kleine Läden sowie Bau- und Gartenmärkte wieder öffnen dürfen. Alle Kunden und Mitarbeiter müssen einen Mundschutz tragen.

Mit der stufenweise Lockerung der Anti-Corona-Maßnahmen wagt Österreich als eines der ersten Länder in Europa einen Schritt in Richtung Normalität. Von Dienstag an dürfen alle kleinen Läden mit weniger als 400 Quadratmetern Verkaufsfläche sowie die Bau- und Gartenmärkte wieder öffnen.

Davon profitieren können rund 80 Prozent aller Einzelhändler. Allein in Wien dürfen somit rund 4500 Läden wieder ihre Waren verkaufen. Der Schritt nach vierwöchigem Stillstand fast aller Wirtschaftsbereiche ist mit Risiken verbunden. Bisher ist Österreich dank früher und strenger Maßnahmen von den schlimmsten Auswirkungen der Corona-Pandemie verschont geblieben.

Daher ist das Vorgehen mit strengen Auflagen verbunden. Alle Kunden und Mitarbeiter müssen einen Mundschutz tragen, der Mindestabstand von einem Meter ist einzuhalten und die Zahl der Kunden im Verkaufsraum wird begrenzt. Das Bedecken von Mund und Nase durch einen speziellen Schutz oder einen Schal wird in allen öffentlichen Verkehrsmitteln zur Pflicht. Auch die Ausgangsbeschränkungen bleiben im Prinzip bis Ende April in Kraft.

Die Öffnungszeiten der Geschäfte sind auf 7.40 Uhr bis 19 Uhr beschränkt. Händler, die zu viele Kunden ins Lokal lassen, müssen mit bis zu 3600 Euro Strafe rechnen. "Ich appelliere dringend, alle Sicherungsmaßnahmen der ersten Teilöffnung konsequent zu befolgen", betonte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne).

Eher günstige Entwicklung

Im internationalen Vergleich ist die Entwicklung bei den Coronafällen in Österreich eher günstig. Die Zahl der Neugenesenen übersteigt seit geraumer Zeit die der Neuinfizierten. Die Kliniken sind weit von Engpässen bei der Versorgung auch der schweren Fälle entfernt. Insgesamt gibt es aktuell in der Alpenrepublik rund 6500 Menschen, die mit Sars-CoV-2 infiziert sind. Rund 1000 Patienten liegen im Krankenhaus. Die Zahl der noch verfügbaren Krankenhausbetten für Menschen, die an der Lungenkrankheit Covid-19 leiden, liegt bei 20 000.

In einer zweiten Stufe sollen vom 2. Mai an alle Geschäfte in Österreich wieder öffnen dürfen, dazu zählen auch die Friseure. Von Mitte Mai an könnten die Lokale und Restaurants folgen. Die Regierung hat alle Schritte von einer weiterhin günstigen Entwicklung bei den Fallzahlen abhängig gemacht.

In Frankreich Verlängerung der Ausgangsbeschränkungen 

Im Kampf gegen die Covid-19-Pandemie hat Frankreich indes seine strengen Ausgangsbeschränkungen um rund einen Monat verlängert. "Der 11. Mai wird der Beginn einer neuen Etappe sein", sagte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron am Montagabend in einer TV-Ansprache an. Die Hoffnung komme zurück. "Aber nichts ist selbstverständlich." Denn in der ostfranzösischen Region Grand Est oder im Großraum Paris seien die Krankenhäuser überlastet. Macron machte deutlich, dass das Land auch nach dem voraussichtlichen Ende der Beschränkungen nicht sofort zur Normalität zurückkehren wird.

Die Ausgangsbeschränkungen gelten in Frankreich bereits seit dem 17. März und wurden schon einmal verlängert. Die Französinnen und Franzosen dürfen nur das Haus verlassen, wenn es unbedingt nötig ist. Spaziergänge, Gassigehen oder Sport sind nur eine Stunde pro Tag im Radius von einem Kilometer zur Wohnung erlaubt. (dpa-AFX)

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