Rückkehr in den Händler-Alltag Diese Länder wagen Alleingang bei Ladenöffnung

Freitag, 17. April 2020
Leichte Lockerungen im Einzelhandel ab Montag den 20.April machen sich in der Stuttgarter Innenstadt bemerkbar.
imago images / Lichtgut
Leichte Lockerungen im Einzelhandel ab Montag den 20.April machen sich in der Stuttgarter Innenstadt bemerkbar.
Rückkehr in den Händler-Alltag
Diese Länder wagen Alleingang bei Ladenöffnung
:
:
Info
Abonnenten von LZ Digital können sich diesen Artikel automatisiert vorlesen lassen.
800 qm sind dieser Tage Richtschnur für die wirtschaftliche Existenz vieler Einzelhändler in Deutschland. Betreiber von Läden mit kleinerer Fläche dürfen am Montag wieder Kunden empfangen. Manch Bundesland bricht allerdings mit dieser Vorgabe.

 
Rheinland-Pfalz weicht als zweites Bundesland bei der Öffnung der Geschäfte vom Beschluss der Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ab. "In Rheinland-Pfalz können ab Montag alle Geschäfte öffnen, wenn Waren nur auf bis zu 800 Quadratmetern Verkaufsfläche angeboten werden", sagte Regierungssprecherin Andrea Bähner der Deutschen Presse-Agentur in Mainz.

Angela Merkel
imago images / photothek

Mehr dazu

Lockerung der Corona-Auflagen Kleinere Geschäfte dürfen wieder öffnen


Auf diese Weise sollen größere Geschäfte im Bundesland die Chance erhalten, einen Teil ihrer Verkaufsflächen abzutrennen. Der Bund hatte am Mittwoch eine Grenze von 800 Quadratmetern genehmigter Verkaufsfläche vorgesehen. "Für uns ist dies ein Gebot der Gleichbehandlung und der rechtlichen Klarheit", erläuterte Bähner die Abweichung.

Mehr dazu

Kommentar Rückkehr zur Normalität


Für alle gelte natürlich weiterhin die Einhaltung von Hygienevorgaben, Abstandsregelungen und eine Kundenbegrenzung von einem Kunden pro zehn Quadratmetern. Die rot-gelb-grüne Landesregierung empfiehlt zudem beim Einkaufen dringend das Tragen einer nicht-medizinischen Alltagsmaske in Form einer textilen Barriere. Es ist nicht der erste Alleingang eines Bundeslandes, was Öffnungsregeln von Geschäften angeht.

Zuvor hatte Nordrhein-Westfalen auch Einrichtungshäusern und Babyfachmärkten erlaubt, am Montag wieder zu öffnen. Dies gelte unabhängig von der Verkaufsfläche. Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) begründete dies mit einem "klaren wirtschaftlichen Interesse". In NRW habe die Möbelbranche etwa 35.000 Mitarbeiter. Über 60 Prozent aller Küchen in Deutschland würden in Westfalen produziert. Wenn größere Autohäuser unter den Bedingungen des Infektionsschutzes wieder öffnen könnten, sei das auch bei Einrichtungshäusern möglich, begründete er.

Die Grenze von 800 Quadratmetern war unter anderem von der Landesvereinigung der Unternehmerverbände (LVU), dem Bund der Selbstständigen und dem Handelsverband Deutschland (HDE) scharf kritisiert worden. (dpa/hue)

Coronavirus (Symbolbild)
imago images / ZUMA Press

Sie haben Fragen oder Anmerkungen zu diesem Artikel?
Schicken Sie eine Email an die Redaktion.

Hier können Sie die Nutzungsrechte an diesem Artikel erwerben.

Meistgelesen

stats