Verpackungen – wie gemacht fürs Recycling

Montag, 16. Oktober 2017
Das Ende der Verpackung, von Anfang an mitgedacht. In puncto Ökodesign liefert die Natur interessante Vorbilder.
Das Ende der Verpackung, von Anfang an mitgedacht. In puncto Ökodesign liefert die Natur interessante Vorbilder.
Zero Waste? Gerade die Verpackungsproduktion galt lange Zeit als pure Abfallmaschinerie. Doch mittlerweile denken viele Hersteller um. Verpackungen, die von vornherein nachhaltig gestaltet werden, leisten einen wichtigen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft – und letztlich zur Vermeidung von Abfall.
Fluch und Segen zugleich: Verpackungen sind unverzichtbar, wenn es darum geht, Lebensmittel haltbar zu machen, Konsumgüter zu schützen oder Markenbotschaften und Informationen für Verbraucher zu transportieren. Gleichzeitig gelten sie traditionell als Inbegriff der Umweltverschmutzung. Nicht umsonst sorgte die Flut der Verpackungsabfälle in den 1990er-Jahren für wegweisende Entscheidungen in puncto Abfalltrennung und Recycling. Dank Blauer Tonne, Gelbem Sack & Co. werden heute fast drei Viertel der Verpackungsabfälle stofflich wiederverwertet. Dennoch: Die Abfallmengen steigen weiter. Und die Politik versucht – beispielsweise mit dem neuen Verpackungsgesetz – Anreize für ein recyclingfreundliches Design zu schaffen.
Oft ein kurzer Lebenszyklus: Lebensmittelverpackungen landen nach ihrem Gebrauch meist im Abfall. Das neue Verpackungsgesetz soll Anreize für ein recyclingfreundliches Design schaffen.
Oft ein kurzer Lebenszyklus: Lebensmittelverpackungen landen nach ihrem Gebrauch meist im Abfall. Das neue Verpackungsgesetz soll Anreize für ein recyclingfreundliches Design schaffen.

Konsumtrends erfordern neue Verpackungskonzepte

Wie sehen also zukunftsfähige Konzepte für die Verpackung von morgen aus? Unter anderem zeigt der Deutsche Verpackungspreis, den das Deutsche Verpackungsinstitut e.V. jedes Jahr vergibt, wo die Reise hingehen könnte. So wurde 2017 eine biologisch abbaubare Fasergussverpackung ausgezeichnet, die ausschließlich aus regionalen Agrarabfällen wie Tomatenpflanzen, Zuckerrohrblättern oder Weizenstroh besteht.
Nachhaltigkeit und Convenience müssen dabei kein Widerspruch sein – das beweisen Initiativen im To-Go-Bereich wie etwa in Hamburg, wo derzeit über ein anbieterübergreifendes Mehrwegsystem für Kaffeebecher diskutiert wird. Auch andere Konsumtrends, insbesondere das Online-Shopping, werfen neue Fragen zur Bedeutung der Verpackung auf. Für den Spontankauf im Internet spielt sie (noch) eine eher untergeordnete Rolle. Nach Ansicht von Experten bietet dies Spielräume für eine nachhaltige Gestaltung und die Reduktion von Abfällen – ein Beispiel sind Mehrweg-Umverpackungen, die Verbraucher den Logistikdienstleistern zurückgeben oder für Retouren nutzen können.
Heißgetränk und Snack für unterwegs: Immer öfter bieten Händler nachhaltige Verpackungen oder Mehrwegbecher an.
Heißgetränk und Snack für unterwegs: Immer öfter bieten Händler nachhaltige Verpackungen oder Mehrwegbecher an.

Das Ende von Anfang an mitdenken

Kreislauffähige Verpackungen schonen nicht nur natürliche Ressourcen und das Klima, sie überzeugen auch umweltbewusste Verbraucher. Für Markenhersteller und Händler ist es daher durchaus wettbewerbsrelevant, bei Packmittel-Relaunches oder Verpackungen nachhaltiger Produkte auf die Wiederverwertbarkeit oder gute Verwertbarkeit zu achten. In Kooperation mit spezialisierten Recyclingunternehmen können sie analysieren, welchen Verwertungsweg die Packmittel nach aktuellem Stand der Technik nehmen können und wie sich dieser durch Umgestaltungen oder Materialveränderungen optimieren lässt. Das gemeinsame Ziel: Immer mehr Verpackungsmaterial einer stofflichen Verwertung zuführen, damit es nicht in der energetischen Verwertung endet, also zwecks Energiegewinnung verbrannt wird.

Verpackung ist Rohstoff

Verpackungen sind vielseitig einsetzbare Rohstoffe – doch sie können als solche noch viel effizienter genutzt werden. Davon sind der Umweltdienstleister Interseroh, der zum Recyclingexperten und Rohstoffversorger ALBA Group gehört, und das Deutsche Verpackungsinstitut überzeugt. Gemeinsam veranstalten sie die Fachtagung „Future Resources 2017“. Am 17. Oktober diskutieren in Frankfurt am Main die Beteiligten der Wertschöpfungskette von Verpackungen über die Trends und Innovationen im Verpackungswesen, gesetzliche Neuerungen und aktuelle Recyclingtechnologien. Vorwegnehmen lässt sich wohl schon jetzt ein Ergebnis: Wenn Handel und Industrie bei der nachhaltigen Verpackungsgestaltung an einem Strang ziehen, ist das nicht nur ein Gewinn für die Umwelt, sondern zahlt sich auch in barer Münze für die Unternehmen aus.

Weitere Informationen zur Fachtagung „Future Resources 2017“ finden Sie unter www.future-resources.de

Kontakt:

INTERSEROH Dienstleistungs GmbH
Stollwerckstraße 9a
51149 Köln
info@interseroh.com
www.interseroh.de

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