Corona-Krise Logistiker sehen bisher wenig Probleme

Mittwoch, 18. März 2020
Die Lieferketten für die Versorgung der Verbraucher sind aus Sicht des Bundesverbands Spedition und Logistik (DSLV) angespannt aber stabil. "Wir haben keine Fälle, in denen die Logistik einen Aussetzer hat, um Industrie, Handel und Bevölkerung zu versorgen", sagte DSLV-Hauptgeschäftsführer Frank Huster der Deutschen Presse-Agentur. Das liege vor allem daran, dass durch den Wegfall eines Großteils der Industrie-Lieferungen umfangreiche Kapazitäten frei würden. Auch zahlreiche Geschäfte müssten fortan nicht mehr beliefert werden, weil sie geschlossen blieben.
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"Wir erwarten für die Häfen in den nächsten Tagen und Wochen einen Rückgang von 75 Prozent des Containervolumens", sagte Huster. "Die Schiffe, die hätten kommen sollen, wären jetzt noch unterwegs. Den Einbruch werden wir erst noch merken."

Für Versorgungslieferungen würden dadurch Lastwagen frei. Allerdings mache sich die Schließung mehrerer Grenzen für den Personenverkehr zunehmend beim Warentransport innerhalb der EU bemerkbar. "Die Grenzen sind für den Warenverkehr noch offen, aber die Individualkontrollen sorgen zum Teil für einen gigantischen Rückstau", sagte Huster. Vor allem an der Grenze zu Polen und auch in Richtung Tschechien gebe es lange Wartezeiten. Angespannt sei die Lage zudem an Grenzübergängen zwischen Elsass und Deutschland. "Zwischen Belgien, der Niederlande und Deutschland hingegen läuft es erstaunlich reibungslos."

Für viele kleinere Transportunternehmen könne sich Huster zufolge bald ein weiteres Problem auftun: Osteuropäische Lastwagenfahrer zöge es aufgrund der Coronakrise derzeit verstärkt nach Hause zu ihren Familien. Dort kämen sie dann aber für mehrere Wochen zunächst in Quarantäne. "So wird dem Markt Fahrpersonal entzogen, was vor allem die Kleineren in wirtschaftliche Schwierigkeiten bringen könnte." (dpa)

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