E-Commerce-Logistik gefährdet Paketshops droht Schließung

von Silvia Flier
Mittwoch, 18. März 2020
Die Corona-Krise bringt Paketdienste und -shops in die Bredouille. Momentan ist unklar, welche Pick-up-Punkte offen bleiben dürfen und welche geschlossen werden müssen. Dem E-Commerce droht ein Flaschenhals.
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Paketshops droht Schließung
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Angesichts der Corona-Pandemie, des von Bund und Ländern beschlossenen Maßnahmenpakets und den Umsetzungsverordnungen steht die Paketbranche unter Druck. Das liegt zum einen daran, dass viele Konsumenten jetzt verstärkt im Internet einkaufen – sei es, weil sie nicht aus dem Haus gehen möchten oder weil Geschäfte schließen. Zum anderen hat das damit zu tun, dass das von der Bundesregierung und den Bundesländern beschlossene Maßnahmenpaket als Reaktion auf die Corona-Krise einige begriffliche Unklarheiten enthält, die die Paketbranche verunsichern und diese zum Handeln zwingen.

"Aktuell herrscht Unklarheit darüber, ob und wenn ja, welche Paketshops offen bleiben dürfen und welche schließen müssen", sagt DPD-Sprecher Peter Rey auf LZ-Anfrage. Bisher ist nur von "Poststellen" und "Abhol- und Lieferdiensten" die Rede, die offen bleiben dürfen – nicht aber von "Paketshops" sowie "Kurier- und Paketdiensten".

"Paketshops müssen unbedingt geöffnet bleiben", fordert Marten Bosselmann, Vorsitzender des Bundesverbands Paket und Expresslogistik (Biek). In dem Verband sind unter anderem DPD, Hermes, UPS und GLS vertreten. Paketshops sind "Geschäfte, die für die Grundversorgung notwendig sind", argumentiert Bosselmann.

Klar ist nur: die Branche ist extrem gefordert und fürchtet einen Flickenteppich an Einzelfallentscheidungen, da die Auslegung des Maßnahmenpakets Sache der Länder und Kommunen ist. Um ein drohendes Chaos zu vermeiden, haben die Paketdienste bereits reagiert. "Wir holen zunächst alle Pakete aus den Paketshops zurück in unsere Lager", so DPD-Sprecher Rey. Nur so sei gewährleistet, dass Pakete nicht wochenlang hinter verschlossenen Türen liegen. Ziel sind leergeräumte Shops – keine Pakete mehr rein und alle, die da sind, raus, zumindest für den Moment.

Hermes geht ähnlich vor: Die Otto-Tochter hat alle Paketshops, die voraussichtlich schließen müssen, darüber informiert, dass sie keine Pakete mehr annehmen dürfen. Auch werden alle Pakete, die vor Ort sind, abgeholt. Unternehmensangaben zufolge betrifft das rund 20 bis 30 Prozent aller bundesweit mehr als 16 000 Hermes-Paketshops. Die übrigen 70 bis 80 Prozent seien in Einrichtungen der Grundversorgung integriert, etwa den Lebensmitteleinzelhandel, und deshalb außen vor.

Vergleichsweise entspannt äußert sich Deutsche Post DHL: "Das Krisenkabinett der Bundesregierung hat explizit Poststellen von den Geschäftsschließungen ausgenommen. Wir gehen daher davon aus, dass unsere Partner-Filialen und Paketshops auch weiterhin geöffnet bleiben können und damit keine größeren Einschränkungen der Postversorgung in unseren Filialen zu befürchten sind."

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