Augmented Reality: Amazon zaubert Möbel in d...
Augmented Reality

Amazon zaubert Möbel in die Wohnung

Screenshot LZ/Video amazon
US-Kunden von Amazon können jetzt Tausende von Produkten virtuell in ihre Wohnung holen und den Anblick testen. Das kann ein Sessel sein, aber auch ein Elektrogerät.
US-Kunden von Amazon können jetzt Tausende von Produkten virtuell in ihre Wohnung holen und den Anblick testen. Das kann ein Sessel sein, aber auch ein Elektrogerät.
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Amazon unterstützt den Einkauf erstmals per Augmented Reality. Kunden können sich bereits Tausende von Produkten wie Möbel und Wohnaccessoires in ihr Heim projizieren, bevor sie kaufen. Auch Ikea hat eine entsprechende App – ebenfalls auf Apple-Basis.

Seit wenigen Tagen können US-Bürger mit der neuesten Version der iPhone-App von Amazon Artikel des Online-Shops in ihre Wohnung zaubern. Das Produkt wird in passender Größe auf dem Smartphone-Screen gezeigt, eingeblendet in die Live-Aufnahme des echten Wohnzimmers oder der Küche. Nach Angaben von Amazon sind bereits tausende von Artikeln mit den nötigen visuellen Daten verknüpft, um sie per Augmented-Reality-Technik (AR) in einer vom Kunden gewählten Umgebung zu zeigen.

Besonders sinnvoll ist das bei Möbeln, die in ein bestimmtes Zimmer passen sollen. Amazon bietet AR aber auch für Elektrogeräte vom Fernseher bis zum Toaster, für Spielwaren und für Wohnacessoires bis hin zum Edelstahl-Kochtopf für die Designer-Küche. Das Zusammenspiel der Systeme von Apple und Amazon erlaubt sogar die 360°-Drehung von Sessel oder Spielzeug, um sie vor dem Kauf von allen Seiten zu betrachten. Und: Wenn der Kunde mit dem iPhone um den gewählten Standort des Produkts herumgeht, wird ihm die jeweils passende Ansicht gezeigt.

"AR hilft den Kunden bessere Kaufentscheidungen zu fällen, indem sie die Ästhetik von Produkten im Wohnraum zeigt", erklärte Amazon bei der Vorstellung der neuen App-Funktion zum Auftakt des Weihnachtsgeschäfts. Die App läuft auf allen iPhones und iPads mit dem Betriebssystem iOS 11 – allerdings nur für Verbraucher, die im US-amerikanischen App Store angemeldet sind.

Augmented Reality bei Ikea: Passt dieser Sessel an den Kamin?

Ikea zeigt 2000 Möbel in "Place"

Amazon greift ebenso wie Ikea für den Augmented-Reality-Shop auf das Entwicklungs-Framework "AR-Kit" von Apple zurück. Als weltweit erster Händler hatte Ikea im September seine App "Ikea Place" bereitgestellt. Auch bei Ikea können Verbraucher virtuelle Möbel in ihre Wohnung stellen, verschiedene Positionen und Perspektiven testen sowie unterschiedliche Bezugsstoffe oder Furniere ausprobieren.

Dazu kommt die Möglichkeit, Screenshots oder Videos der Animation per Whats-App oder andere Soziale Medien an Freunde und Familie zu schicken, um Kommentare einzuholen. "Augmented Reality wird das Spielfeld von uns Händlern ebenso verändern wie in den letzten Jahren das Internet", sagt Michael Valdsgaard, Chef für Digitale Transformation bei dem Konzern. Ikea stellt bereits über 2 000 Produkte für die App bereit. Jeder neu ins Sortiment kommende Artikel soll folgen.

Apple hat noch viel vor mit AR. "Augmented Reality wird die Art, in der wir Technologie nutzen, für immer verändern", begeisterte sich Konzernchef Tim Cook bei der Vorlage der Quartalszahlen vergangene Woche für die neue Technik. Die erweiterte Realität werde Arbeit, Kommunikation, Lernen, Computerspiele und nicht zuletzt das Einkaufen verändern, sagte Cook. Im Bereich der Arbeitswelt könnten AR-Apps die Produktivität erhöhen.

Apple-Chef Cook ist begeistert

Auf eine Analysten-Frage, wie Apple die Technik monetarisieren wolle, antwortete Cook, dass sich die Firma derzeit „in erster Linie auf das Erlebnis der Kunden fokussieren“ wolle. Sobald AR-Technik die Verbraucher begeistere, würden Umsatz und Profit von Apple automatisch steigen. Für die Entwicklung von AR und anderer Zukunftstechnologie kann Apple auf erhebliche Ressourcen zurückgreifen: Allein für das dritte Quartal 2017 verkündete Cook einen Gewinn von 10,7 Mrd. USD-Dollar.

Bei der Markteinführung von AR-Lösungen hat Apple zwei große Vorteile: Der Konzern verdient sein Geld mit proprietärer Software und teuren Geräten. Er kann also deren Zusammenspiel optimieren. So nutzt AR-Kit für die Echtzeit-Berechnung von Abständen und Größen neben der Kamera auch Sensoren im iPhone. Zweitens hat jedes Update des Betriebssystems iOS zur Folge, dass die neue Version innerhalb weniger Tage auf hunderten von Millionen Geräten läuft – bei Bedarf inklusive neuer AR-Fähigkeiten. Google, das an der konkurrierenden AR-Plattform Tango arbeitet, hat wenig Einfluß darauf, ob die Handy-Hersteller neue Generationen seines Betriebssystems Android für alle Benutzer zur Verfügung stellen.



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